Automatisierte Baugruppenfertigung

Ein Horst für die Montage

Automatisierte Baugruppen-Fertigung. Um wirtschaftlicher fertigen zu können, holte sich SBS-Feintechnik den Industrieroboter Horst des Start-ups Fruitcore ins Unternehmen. Horst kommt in der Montage für den Automotive-Bereich zum Einsatz, wo er Motoren mit einer Antriebsschnecke versieht.

Horst versieht Motoren mit einer Antriebsschnecke. Bis zu 120 Baugruppen entstehen pro Stunde. © Fruitcore

Angesichts hoher Lohnkosten und der knappen Ressource menschliche Arbeitskraft überlegen sich viele mittelständische Unternehmer, wie sie Prozesse im Unternehmen automatisieren können. So auch Thomas Burger, geschäftsführender Gesellschafter von SBS-Feintechnik. Das Unternehmen aus Schonach im Schwarzwald ist das Stammunternehmen der Burger Group, eines in sechster Generation geführten mittelständischen Familienunternehmens. Als Systemlieferant beschäftigt sich die Gruppe mit kundenspezifischer Antriebstechnik. Die Schwarzwälder arbeiten für die Automobilindustrie sowie für Branchen wie Gebäudetechnik, Medizintechnik, Maschinen- und Anlagenbau sowie die Hausgerätetechnik.

Spielte Automation früher nur bei der Produktion großer Stückzahlen eine Rolle, bekommt das Thema heute auch bei kleinen Losgrößen Gewicht. Hochflexible Systeme unterstützen die wirtschaftliche Fertigung. Bislang war bei SBS-Feintechnik Roboterautomatisierung bei einigen Prozessen nicht umsetzbar. Zu hoch waren die Kosten, zu komplex die Steuerung. Das änderte sich als die Schonacher Horst von Fruitcore aus Konstanz entdeckten. Der Industrieroboter kann schnell montiert werden, ist ohne Fachkenntnisse programmierbar und hat einem guten Preis-Leistungs-Verhältnis. Bei SBS-Feintechnik hilft der in der Hausfarbe Gelb lackierte Roboter nun dabei, Baugruppen für Kunden aus der Automotive-Branche wirtschaftlich zu fertigen. „Momentan setzen wir Horst in der Montage ein“, sagt Thomas Burger. „Aber wir schauen natürlich auch nach links und nach rechts, wo wir noch interessante Anwendungsmöglichkeiten für diesen Roboter haben könnten.“ 

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Konkret heißt das für Horst erstmal: ein Job bei der Montage von Baugruppen sowie für weitere Handling-Anwendungen. SBS-Feintechnik fertigt an dieser Station im Dreischichtbetrieb 120 Baugruppen pro Stunde. Horst ist dafür zuständig, den Motor mit einer Antriebsschnecke zu versehen. Die Installation und Programmierung des kompakten Roboters war kein Problem. „Wir lieferten nur ein grob strukturiertes Programm für den Vorgang und gaben den Leuten bei SBS eine Einweisung“, erläutert Patrick Zimmermann, Leiter Vertrieb und Anwendungstechnik bei Fruitcore. „Die Automatisierungsingenieure konnten die Anwendung dann direkt am selben Tag fertigstellen.“

Mit einem speziell konstruierten Greifer, einer Kombination aus Sauggreifer und formschlüssigen Greiferfingern, entnimmt der Roboter einen Motor aus der Palette. © Fruitcore

Diese einfache Bedienbarkeit war einer der Gründe, warum sich SBS-Feintechnik für Horst entschieden hat. Aufgrund der grafischen Bedienoberfläche horstFX reicht eine kurze Schulung, um auch umfangreiche Programme mit dem Roboter erstellen zu können. „Ich brauche keinen Spezialisten mehr, der den Roboter programmiert“, freut sich Burger. „Das kann ich jetzt mit einem technikaffinen Mitarbeiter realisieren, der keine tiefen Spezialkenntnisse haben muss.“

Mit einem von SBS-Feintechnik konstruierten Greifer, einer Kombination aus Sauggreifer und formschlüssigen Greiferfingern, entnimmt der Roboter einen Motor aus der Palette. Diesen legt er in die Presse ein und löst den Vorgang über die Steuerung des Robotersystems aus. Die Steuerung berücksichtigt ebenfalls, ob der Rütteltopf aktiviert werden muss, um den Motor in Position zu vibrieren. Ist die Komponente richtig positioniert, greift Horst danach, um sie zu fixieren. Der Stempel fährt herunter und presst die Schnecke auf die Welle des Motors. Anschließend entnimmt der Roboter die Baugruppe und legt sie zurück auf die Palette, um den nächsten Motor zu bearbeiten. Etwa 22 Sekunden dauert ein Zyklus.

Pressweg und -kraft werden über Sicherungs- und Steuertechnik gemessen. Diese kontinuierliche Kraft-Weg-Überwachung des Fügeprozesses sorgt für Prozesssicherheit und dokumentiert die Einpressergebnisse. „Ich denke wir können sehr zufrieden damit sein, wie das Projekt bisher gelaufen ist“, sagt Burger und lobt Fruitcore für die Zusammenarbeit. „Fruitcore ist sehr offen und setzt Vorschläge und Anregungen schnell und zielführend um.“ Weitere gemeinsame Projekte sind deshalb auch sehr wahrscheinlich. „Ich sehe für Horst zahlreiche weitere Anwendungen bei uns im Haus“, führt Burger aus. Das Unternehmen beschäftigt sich auch mit Zerspanung und Kunststoffverarbeitung, wo effiziente Automatisierungslösungen gefragt sind. „Insofern gibt es für Fruitcore und Horst sicherlich noch zahlreiche Möglichkeiten sich einzubringen und deshalb freuen wir uns auf den weiteren Austausch und eine gute Zusammenarbeit“, schließt Geschäftsführer Burger. as

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