Premiere bei Linde

Den Roadster gibt's mit Brennstoffzelle

Linde Material Handling hat sein Portfolio erweitert. Vorhang auf für den ersten Roadster mit Brennstoffzellenantrieb.

Der Roadster eigent sich vor allem im Indoor-Bereich und ist nun mit Brennstoffzellentechnologie erhältlich. © Linde Material Handling

Es ist eine der entscheidenden Fragen im Warenumschlag: Welche Antriebstechnologie passt am besten zu den Einsatzbedingungen der Staplerflotte? Bei der Antwort müssen Fuhrparkverantwortliche eine ganze Reihe von Faktoren berücksichtigen: Sind die Stapler im Innen- oder im Außenbereich unterwegs, wird in Ein- oder Mehrschichtsystemen gearbeitet, welche Art von Ladegütern gilt es zu bewegen, wie ist die Infrastruktur vor Ort beschaffen – und für welche Antriebsart sprechen am Ende die Total Costs of Ownership?

„Unsere Verkaufsberater schöpfen aus einer denkbar breiten Palette an möglichen Energielösungen: vom Elektroantrieb mit Blei-Säure- oder Lithium-Ionen-Batterien über Brennstoffzellengeräte bis hin zu verbrennungsmotorischen Antrieben mit Diesel-, Treibgas- oder Erdgas als Kraftstoff. Die beste Lösung ergibt sich immer aus den Gegebenheiten vor Ort“, sagt Markus Weinberger, International Product Manager Energy Solutions bei Linde Material Handling.

80 Prozent der Modelle gibt es mit Brennstoffzelle
An der Entwicklung serienfähiger Flurförderzeuge mit Brennstoffzelle arbeitet Linde Material Handling bereits seit zwei Jahrzehnten. „Heute verfügt die Marke Linde über das größte Angebot an Flurförderzeugen mit Brennstoffzellenantrieb im Markt“, so Weinberger. „Rund 80 Prozent aller Modelle sind mit der zukunftsträchtigen Energievariante bestellbar. Dazu gehören Niederhubwagen, Schlepper oder Schubmaststapler sowie Gegengewichtstapler inklusive des Roadster-Modells.“

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Beim Roadster weist Linde auf ein durchdachtes Fahrzeuglayout hin, das für optimale Sicht auf Fahrweg und Ladung sorgen soll. Dazu trage maßgeblich der Entfall der sonst üblichen A-Säule bei, auf die dank der Kraftumleitung über oben liegende Neigezylinder und den Fahrerschutzdachrahmen verzichtet werden konnte. So eignen sich die Roadster-Versionen der Elektrostapler Linde E20 bis E35 vor allem für Logistik- und Industrieanlagen mit regem Personenverkehr. Auch Präzisionsarbeiten wie beispielsweise das Einlagern in Container kann der Bediener durch das deutlich größere Blickfeld besser erledigen.

Energiegewinnung durch chemische Reaktion
„Weil der Roadster seine Stärken vor allem im Indoor-Bereich ausspielt, erschien uns die Kombination mit der Brennstoffzellentechnologie ideal“, begründet Weinberger die Erweiterung des Portfolios. Schließlich erzeuge das Energiesystem im Betrieb keinerlei Emissionen. Die Energiegewinnung erfolge durch die chemische Reaktion von Sauerstoff und Wasserstoff. Der so erzeugte Strom speise eine Lithium-Ionen-Batterie, die wiederum Fahr- und Hubmotoren versorgt; zugleich diene der Akkumulator als Zwischenspeicher für rückgewonnene Bremsenergie und „Kraftreserve“ bei Leistungsspitzen. Als Nebenprodukte fallen im Prozess lediglich Wärme und reines Wasser an. Letzteres werde beim Nachtanken von Wasserstoff abgepumpt.

Stichwort Tanken: Ein kompletter Tankvorgang nimmt nur drei Minuten in Anspruch. Das sorgt für maximale Verfügbarkeit – speziell bei harten Mehrschichteinsätzen. Da der einfache, schnelle und saubere Tankvorgang Batteriewechsel obsolet macht, prädestiniert dies den Brennstoffzellen-Roadster selbst für den Einsatz in hygienekritischen Branchen wie der Pharma- oder Food-Industrie.

Natürlich spielt auch der Faktor Wirtschaftlichkeit eine entscheidende Rolle. Markus Weinberger: „Unsere Untersuchungen und Praxistests belegen, dass sich Brennstoffzellensysteme ab einem Einsatz von rund 20 Fahrzeugen wirtschaftlich rechnen können. Verfügt das Unternehmen bereits über eine eigene Wasserstoff-Infrastruktur, da Wasserstoff in der Produktion ohnehin benötigt wird, wird das Konzept ökonomisch noch attraktiver.“ as

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