Dürr-Roboter lackieren bald bei MAN

Eine Plattform für alle Lackierarten

Dürr installiert beim Nutzfahrzeughersteller MAN in München erstmals in Deutschland sein Trockenabscheidesystem EcoDry X in der neuen Lackiererei für LKW-Fahrerhäuser. EcoDry X ist ein halbautomatisches System, das auf Kartonfiltertechnik basiert.

Was für Pkw funktioniert, geht auch für Lkw: Lackierstrecke von Dürr. (Grafik: Dürr)

Gesamtanlagenkonfiguration, Fördertechnik, Vorreinigungs-, Sealing- und Lackierstationen sowie die dazugehörige Applikationstechnik samt Farb- und PVC-Versorgung – diese Leistungen sind Bestandteil des Lieferumfangs von Dürr. „Mit diesem Konzept liefern wir ein hocheffizientes System, bei dem die Kunden von unseren durchgängigen Komponenten profitieren“, erklärt Andrea Klein, Dürr Global Customer Director Nutzfahrzeuge, die Gründe für den Zuschlag als Systemlieferant.

Durchgängige Applikationstechnik für Sealing und Lackapplikation, identische Roboterplattformen für Vorreinigung und Sealing sowie die einheitliche Steuerungstechnik reduzieren nicht nur die Vielfalt an Ersatzteilen, sondern vereinfachen künftig die kompletten Wartungsarbeiten. Nur ein Servicetechniker für alle Anwendungen bedeutet höchste Effizienz sowohl für MAN als Anlagenbetreiber als auch für Dürr als Technologielieferant. „Mit der identischen Bediensoftware für alle Anwendungen reduzieren wir auch den Schulungsaufwand für die Anlagenbediener erheblich“, ergänzt Klein die Vorteile des Konzepts.

Der Lieferumfang von Dürr beginnt bei der Vorreinigung. Zwei Roboter vom Typ EcoRS 210 entfernen mit Schwertbürsten die Staub- und Schmutzpartikel vor dem Lackieren von den Karosserien. Die aus dem Pkw-Bereich bekannten Bürsten können sich flexibel an die Konturen der Karosserie anpassen und werden im Werk München erstmals bei Lkw-Fahrerhäusern eingesetzt.

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In der PVC-Linie kommen vier EcoRS 30-Roboter zum Einsatz. Es werden sowohl Dach- und Unterbodennähte appliziert als auch Schweißnähte im Innenbereich der Karosserie versiegelt. Dies verhindert das Eindringen von Wasser und Feuchtigkeit in die Fahrerkabine. Bestückt sind die Roboter mit dem flexiblen Applikator EcoGun 3D, der das Material in drei unterschiedlichen Auftragswinkeln von 0, 45 und 90 Grad applizieren kann. In der 3D-Ausführung sind bis zu drei Düsen für unterschiedliche Nahtstärken in den Dürr-Applikator integriert. „Die standardisierte EcoGun 3D ist für alle Anwendungsbereiche in der Nahtabdichtung geeignet“, beschreibt Andrea Klein die Vorzüge des Applikators. „Es müssen also nicht Ersatzteile für mehrere Modelle auf Vorrat gehalten werden.“

Ebenso zum Lieferumfang gehört eine Linie, die den Türeinstieg abdichtet. An dieser Station gelten besonders hohe Qualitätsnormen, denn unkorrekt ausgeführte Nähte sind beim Öffnen der Türen sichtbar. Für die Applikation dieser Sichtnähte werden daher passende Feinnahtdüsen eingesetzt.

Die Lackierung des Unterbodens, der Innenbereiche der Türen sowie die Außenlackierung der Karosserien in der dritten Füllerkabine übernehmen insgesamt vier EcoRP Roboter. Bei Bedarf kann in den Kabinen mit den gleichen Robotern und der darauf installierten Applikationstechnik auch der Decklack aufgetragen werden.

Effiziente Nebelabscheidung

Für die Innenlackierung der Türen und für die Außenlackierung sind die mit Außenaufladungstechnik konzipierten Zerstäuber der EcoBell3–Serie im Zusammenspiel mit dem Farbwechsler EcoMCC3 und der Dosierpumpe EcoPump9 im Einsatz. Die Applikationstechnik überzeugt durch kurze Farbwechselzeiten und geringen Lackverbrauch. Ohne den Einsatz komplexer Potenzialtrennsysteme können die Zerstäuber den Wasserlack mit einem nochmals verbesserten Wirkungsgrad in höchster Qualität auftragen. Besonders die kompakte Form der EcoBell3 Ci kann die Innenflächen der Karosserie gut erreichen. Der Sprühstrahl kann fokussiert ausgerichtet werden und Overspray und Eigenkontaminationen fallen sichtbar geringer aus.

Auch wenn dank modernster Applikationstechnik die Menge an Overspray immer mehr reduziert wird, ist ein effizientes Abscheidesystem für den Farbnebel von großer Bedeutung. Daher kommt zu diesem Zweck bei MAN erstmals in Deutschland EcoDry X, die halbautomatische Variante der Trockenabscheidung, mit der Dürr seine Abscheidefamilie vervollständigt, zum Einsatz. EcoDry X ist ein mehrstufiges Filtersystem mit den Komponenten Filtertrolley und Nachfilterstufe. Die Einwegfilterboxen aus Karton lassen sich dank Filtertrolley mühelos – auch während der Produktion – austauschen. Hier kommt als zusätzliches Feature das Filterwechselkonzept basierend auf RFID und Datenbank zur optimalen Ausnutzung der Filterboxen zum Einsatz. Wie der bewährte EcoDryScrubber verzichtet auch EcoDry X vollständig auf den Einsatz von Wasser und Chemie.

Ab September 2017 werden die ersten Fahrerhäuser auf der neuen Lackierlinie im Werk München ihren Lackauftrag erhalten. bw

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