Kugelgewindetriebe für die Raumfahrt

Sie treiben ins Weltall

Der Schweizer Gewindespezialist Eichenberger fertigt drei Kugelgewindetriebe für die Raumfahrt: Ab 2020 sollen Ankopplungen zwischen der ISS und dem wiederverwendbaren Raumgleiter „Dream Chaser“ durchgeführt werden.

Das perfekte Zusammenspiel zwischen Spindel, Mutter und Kugeln: Kugelgewindetrieb Carry Typ KGE 16x16 MSX. © Eichenberger

Die absolut sichere und zuverlässige Dockingeinheit ist dabei zentral. Herzstück im Innern dieses Ankopplungssystems sind drei starke, korrosionsbeständige Kugelgewindetriebe mit Endkappen-Kugelrückführung, Typ Carry Typ KGE, 16 mal 16, vorgesehen. Die Raumfahrt stellt an das Material besondere Herausforderungen. Die erste große Hürde nach dem Raketenstart mit extremer Beschleunigung und Vibration bringt das Vakuum mit sich: Es beeinflusst alles, was flüssig ist oder verdampfen kann, also auch Schmiermittel. Fette, die auf der Erde fest sind, verdampfen im Vakuum, weshalb bewegliche Teile ohne eine Schmierung trotz höchsten Lebensdauer-Anforderungen auskommen müssen.

Eine weitere Herausforderung sind die Temperaturen: Die Temperatur der Bauteile in einer Erdumlaufbahn hängt von dem Material ab, das bestrahlt wird. Bei der Dockingstation wird von minus 50 bis plus 90 Grad Celsius ausgegangen. Außerdem belasten ultraviolettes Licht, Röntgenstrahlen, Teilchen mit hoher Energieladung und atmosphärische Atome das Material, das anfälliger für Korrosion wird. Eichenberger will beweisen, dass die außergewöhnlichen Leistungsmerkmale des Inox-Kugelgewindetriebs Carry mit dem integrierten Hochleistungskunststoff in der Kugelrückführung die aggressive Umwelt im Weltall funktionssicher, korrosions- und verschleißfrei überstehen. Durch das Gewinderollen im Kaltrollverfahren entstehen sehr genaue Geometrien von hoher Oberflächengüte. pb

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