Digitalisierung von Warenströmen

Perfektes Tracking im Betrieb

In der Transportlogistik ist die Sigfox 0G-Netzwerktechnologie für die Digitalisierung von Ladungsträgern aller Art bereits weit verbreitet. Die Konnektivität lässt sich aber auch für die Digitalisierung des innerbetrieblichen Materialflusses nutzen.

Jeder Ladungsträger im Werk lässt sich sofort lokalisieren. © Anilozer112, Dreamstime.com

Das Sigfox-0G-Netz ist ein extrem energiesparendes Funknetz für die IoT-Anbindung von Dingen aller Art, das weltweit ohne Roaminggebühren nutzbar ist, in Anschaffung und laufendem Betrieb wenig kostet und zudem kaum Energie verbraucht. 

Anwender wie DHL nutzen das 0G-Netz, um ihren Ladungsträgereinsatz standortüberergreifend zu optimieren und ungeplante Abgänge im Bestand zu vermeiden. Der Automobilkonzern PSA nutzt es zur Optimierung der Just-in-Time-Lieferungen und Airbus trackt mit ihm seine Ersatzteile weltweit. Über 15,4 Millionen Devices versenden tagtäglich mehr als 26 Millionen Nachrichten über das 0G-Netz. Kompatible Komponenten sind unter https://partners.sigfox.com/ aufgelistet.

Innerbetrieblicher Einsatz
Warum also das Netz nicht auch in den innerbetrieblichen Supply Chains und für das Material Handling nutzen? Unternehmen wollen den Ladungsträgerumschlag optimieren und Behälter ausfindig machen, die unproduktiv abgestellt sind oder für andere Belange genutzt werden. Ziel ist, die Kreislaufsysteme effizienter zu machen, das meiste aus den Investitionen herauszuholen und Abgänge zu verringern. Einige große deutsche Automobilhersteller haben die Erkennungsrate von Sigfox-Devices mit installierten RFID-Gateway-Technologien verglichen und eine höhere Genauigkeit erzielt. Gründe sind die höhere Reichweite, das Frequenzsprungverfahren des 0G-Funkprotokolls sowie eine extrem störsichere Übertragung. Spezielle Gates sind damit überflüssig und die Signaturen lassen sich immer und überall nochmals neu versenden. So können auch Single-Points-of-Failure bei der Datenübertragung wirkungsvoll behoben werden. Interessant sind hier auch automatische Lieferprozesse bis hin zu fälschungssicheren Blockchain-Einträgen der Daten, die man für die automatische Abrechnung der Lieferung auf Basis von ladungsträgerspezifischen Parametern einsetzen kann. Die 0G-Tracker werden auch von Massenserienherstellern produziert, die die erforderliche hohe Fertigungsqualität zu günstigen Großserienpreisen bieten.

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Material Handling
Das 0G-Netz unterstützt auch das innerbetriebliche Material Handling. Es kann alle Arten von Daten übertragen. Nur die Paketgröße ist pro Nachricht limitiert auf zwölf Byte. Zwölf Byte reichen aber aus, um 2 hoch 96 unterschiedliche Werte darzustellen. Eine Geoposition kann so um viele weitere Informationen angereichert werden: Starts und Stopps einer Bewegung, Temperatur oder auch Füllstände, die man über unterschiedlichste Sensorik erfassen kann. Jeder Sensor und jeder noch so wenig intelligente Gegenstand kann demnach mit einer Schnittstelle zum 0G-Netz versehen werden und in Folge Informationen in die Cloud übermitteln.

So gibt es Sensoren zur Überwachung von IBC-Füllständen. Für Chemikalien und rieselfähige Stoffe lässt sich eine „Vendor Managed Inventory“-Lösung einführen. In der Lebensmittelindustrie lässt sich mit Sigfox-0G angebundenen Ladungsträgern die Lieferkette von Lebensmitteln automatisch und un­ter­brechungsfrei dokumentieren. Überhaupt kann man jegliche Bewegungen von Ladungsträgern erfassen, genauso wie den Einsatz von simplen Hebezeugen und Fördermitteln wie Hub- und Rollwagen. Sie lassen sich bei Verlust schnell lokalisieren, so dass auch ein wirksamer Diebstahlschutz gewährleitet ist.

Die Ortungsoptionen über das Sigfox-Netz sind vielfältig und funktionieren überall. © Anilozer112, Dreamstime.com

Alle Ortungsspielarten möglich
Auch Kleinladungsträger können getrackt werden, um beispielsweise die Kanban-Datenerfassung zu automatisieren. Hierzu reicht es oft schon, nur die Bewegung der Behälter zu dokumentieren und die Ortung dem Bedarf entsprechend auszulegen. Hierzu stehen zahlreiche Technologien zur Verfügung wie die Sigfox-Ortungstechnologie Atlas – alleine oder in Kombination mit Sigfox Bubbles – sowie auch die WLAN-Ortung, die Sigfox ebenfalls unterstützt genauso wie die satellitengestützte Ortung mittels GPS sowie auch Bluetooth- und NFC-Ortung inklusive cloud-integrierter Geoinformationssystem-Lösungen in Zusammenarbeit mit Here.com.

Der Vorteil des Sigfox 0G-Netzes ist besonders kosteneffizient und energiesparend Ortungsdaten übermitteln zu können, sodass über viele Jahre keine Wartungskosten anfallen. Daher lässt sich fast alles digitalisieren und über diese Digitalisierung effizient Bewegungsmuster erfassen und analysieren und in Folge optimieren.

Schwarmintelligenz und vieles mehr
Die Technologie erfasst Daten von Waren, die sich im Wertstrom und Warenfluss bewegen und macht von dem Bewegungsverlauf bis zu 140 Punktaufnahmen pro Tag oder auch nur ereignisrelevante Schnappschüsse. Diese Motion- und Geodaten lassen sich erweitern um weitere Zusatzinformationen wie Zeitpunkt, Temperatur oder Feuchtigkeit. In Folge kann jede einzelne Lieferung überwacht und auch der gesamte Warenschwarm optimiert werden.

Verlorene Behälter lassen sich weltweit über Jahre noch finden. Ersetzt oder kombiniert man also QR-und Barcodes und RFID für die spontante Ad-hoc-Identifikation an einem bestimmten Ort mit den unterschiedlichen Ortungs-Optionen, die über das Sigfox 0G Netz zur Verfügung stehen, kann man volle Transparenz erlangen – jederzeit und überall. P. Hofstetter/dsc

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