Intralogistik modernisiert

Doppelte Lagerkapazität

Intralogistikspezialist Klinkhammer hat das Logistikzentrum des Pneumatikspezialisten Riegler modernisiert.

Riegler ist Anbieter von Drucklufttechnik und Pneumatik, von der Einzelkomponente bis zur passenden Baugruppe. Ein zehnprozentiges Sortimentswachstum pro Jahrmachte mehr Lagerplatz und zusätzliche Kommissionierkapazität erforderlich. Klinkhammer hat die Erneuerung und Erweiterung des Logistikzentrums geplant und umgesetzt. Im Rahmen der Neukonzeptionierung konnten auch die Prozesse im Wareneingang und Nachschub optimiert werden. Das Fachbodenlager wird jetzt automatisch aus dem neuen automatischen Kleinteilelager (AKL) im bestehenden Gebäude versorgt. Ein Großteil der Aufträge geht zwischen 14 und 16 Uhr bei Riegler ein und wird am Vormittag des nächsten Tages ausgeliefert. Daher müssen auch die Fördertechnik und Kommissionierung schnell und zuverlässig arbeiten und wurden erneuert.

Das AKL sorgt für zusätzliche Lagerkapazität. Eine Arbeitsbühne für die Kommissionierung samt Palettenübergabeplatz in der Lagervorzone sorgen für reibungslose Abläufe in den Bereichen Kommissionierung und Nachschub. Alle bestehenden Lagerbereiche werden mit dem automatischen Kleinteilelager und der Kommissionierbühne über Fördertechnik verbunden. Die drei Kommissionierstationen sind aus Gründen der Raumoptimierung auf einer freitragenden Bühne in der AKL-Vorzone installiert. Mit der Entscheidung für ein modernes automatisches Kleiteilelager konnte die Lagerkapazität um 90 Prozent erhöht und damit fast verdoppelt werden. Auch die Leistung der Kommissionierer in der Lagervorzone des automatischen Kleinteilelagers ist im Vergleich zum Fachbodenlager mit Pick-by-Voice um hundert Prozent gestiegen.

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Variantenvergleich als Entscheidungsgrundlage

„Mit Klinkhammer verbindet uns eine langjährige Partnerschaft“, erläutert Jürgen Wacker, Geschäftsführer bei Riegler: „Unsere automatisierten Fördertechniken, die Pick-by-Voice-Technologie bei der Kommissionierung und auch unser Lagerverwaltungssystem stammten bereits von Klinkhammer.“ Da lag es nahe, das fränkische Unternehmen auch um Lösungsvorschläge in Bezug auf die Lagerverdichtung zu bitten. Klinkhammer prüfte unterschiedlichste Alternativen wie Liftlager, AKL und sonstige Kleinteilelagerlösungen. Der Variantenvergleich betrachtete die Vor- und Nachteile, Investitionskosten, Kapazitäts- und Leistungsgrenzen sowie den Personal- und Platzbedarf. Die Entscheidung fiel auf ein automatisches zweigassiges Kleinteilelager mit platzsparender Kommissionierbühne. Aufgrund der begrenzten räumlichen Möglichkeiten am Firmenstandort in Bad Urach war der Rückbau von 750 Palettenstellplätzen zu Gunsten eines automatischen Kleinteilelagers mit 17.820 Behälterstellplätzen die passende Lösung. Im Rahmen einer zukunftsorientierten Planung wurde das AKL so konzipiert, dass es für einen späteren Ausbau um zusätzliche Gassen erweiterbar ist.

Mehr Effizienz im Lagerbetrieb

Die Neuinstallation fügt sich reibungslos in die Bestandslogistik ein, bringt bessere Arbeitsbedingungen für die Mitarbeiter und erhöht die Effizienz des Lagerbetriebs. Bisher wurde fast ausschließlich nach dem Person-zur-Ware-Prinzip gearbeitet. Mit dem AKL kommt die Ware zum Kommissionierer und verringert die Laufwege der Mitarbeiter. Denn ein Kommissionierer im Fachbodenlager legt am Tag fünf bis neun Kilometer zurück. Die Fehlerquoten beim Kommissionieren lagen bei Riegler mit 0,5 Prozent schon seit Jahren sehr niedrig. Mit Einsatz der Neulogistik soll dieser Wert noch weiter zu verringert werden. Auch die Leistung der Kommissionierer an den drei an das Kleinteilelager angeschlossenen Kommissionierstationen hat sich verdoppelt: Eine Person schafft bis zu 650 Picks pro Schicht à acht Stunden.

Flexible Behältereinteilung erhöht Kapazität

Ein cleveres Detail ist die flexible Behältereinteilung: Wenn zusätzliche Lagerkapazität erforderlich ist, lassen sich die Lagerbehälter mehrfach unterteilen. So besteht die Möglichkeit, Kleinstteile platzsparend einzulagern. Für C-Kleinteile stehen zudem zwei Liftlager zur Verfügung. Die Lagererweiterung beinhaltet eine hochdynamische Behälter-Fördertechnik, die das AKL mit allen anderen Lagerbereichen verbindet. Der Nachschub ins Fachbodenlager erfolgt ebenfalls über die Behälter-Fördertechnik aus dem AKL, dem manuellen Palettenlager oder direkt aus dem Wareneingang. Die Verbuchung auf den Ziellagerplatz im Fachbodenlager geschieht mittels Datenfunkterminals. Die Lagerverwaltung wird über das Klinkhammer-Warehouse-Management-System mit Materialflussrechner gesteuert; es ermöglicht transparente Prozesse und optimiert die Verwaltung und Steuerung der gesamten Intralogistik. Im Leitstand bei Riegler ist „Klinkvision“ im Einsatz, ein Softwaretool zur Anlagenvisualisierung mit Maintenance-Funktion. Alle Ladungsträger sind auf der Fördertechnik jederzeit eindeutig in der Visualisierungssoftware lokalisierbar. Die Anlage ist an den Remote Service angeschlossen und wird durch den Klinkhammer Service24 zentral überwacht und betreut.

Das von Klinkhammer gebaute und bereits bestehende Lager beinhaltet ein manuell betriebenes Fachbodenlager auf zwei Ebenen mit 30.000 Stellplätzen, ein manuelles Palettenlager mit 3.500 Plätzen, ein Liftlager, die Kommissionierung mit Pick-by-Voice, den Wareneingang und die Packerei. Insgesamt 700 Meter Behälterfördertechnik verbindet nun alle Lagerbereiche vom Wareneingang, über die Kommissionierung bis zur Packerei und den Warenausgang. Im Schnitt werden 725 Aufträge pro Tag kommissioniert. Dies entspricht rund 3.500 Artikelpositionen. 94 Prozent der Riegler-Kunden erhalten ihr Paket innerhalb von 24 Stunden.

pb

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