Neue Technologien und Trends

Drei Fragen an… Uwe Gräff

Bei Harting stehen in diesem Jahr Digitalisierungsprojekte zur Flexibilisierung der Produktauswahl inklusive vorausschauender Planung der Lieferkette im Fokus, erläutert Uwe Gräff, Vorstand Neue Technologien & Qualität. Auf der Hannover Messe zeigt die Technologiegruppe unter anderem Trends aus dem Bereich Steckverbinder.

Uwe Gräff, Vorstand Neue Technologien & Qualität bei Harting © Harting

Herr Gräff, Sie sind seit Anfang des Jahres als Vorstand für die Bereiche Neue Technologien & Qualität der Harting Technologiegruppe verantwortlich. Welche neuen Technologien und Trends interessieren Sie persönlich besonders bei ihrem Besuch der Hannover Messe?
Mich persönlich interessieren Additive Fertigungsverfahren und deren Unterschiede zu bisherigen Verfahren im Engineering-Lifecycle, aber auch der Leichtbau mit neuen Materialien, wie zum Beispiel Kohlefaser-Verbundwerkstoffe. Generell interessiert mich sehr die Informationstechnologie für den Produktionsbereich, wie beispielweise die Datenanalyse im Wertstrom, Edge Analytics oder auch den Einfluss auf Collaborative und mobile Robotik. Ebenso spannend ist für mich die IIoT Sensortechnik, hier möchte ich nur die Erfassung via Bilderkennung, Sprachverarbeitung oder auch Umwelt-Sensorik nennen. Techniken, welche mit der Datenfusion zu tun haben, um für den Menschen unterstützende Assistenzsysteme und Condition Monitoring aufzubauen, interessieren mich auch. Darüber hinaus deren Verknüpfung mit service- und softwareorientierten Geschäftsmodellen.

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Es heißt, Sie wollen in Ihrer neuen Position vor allem Themen der Digitalisierung und Industrie 4.0 weiter vorantreiben. Welche Themen konkret gehen Sie in diesem Jahr an?
Im Vordergrund steht die Implementierung unserer Digitalisierungsstrategie mittels neuer Technologien. Als Anbieter für industrielle Connectivity ist die Digitalisierung unserer Wertschöpfungskette mit den Kernprozessen Entwickeln-Produzieren-Vertreiben stellvertretend zu sehen für die Potentiale vieler unserer Kunden weltweit, jedoch auch für deren Anforderungen an uns als Lieferanten und Partner. Somit sind Digitalisierungsprojekte mit einem hohen Potential zur Flexibilisierung der Produktauswahl über Production-on-Demand-Prozesse inklusive der vorausschauenden Planung der Lieferkette und Logistik im Fokus. Digitalisierung stärkt die Prozess- und damit Produktqualität. Industrie 4.0 und das notwendige Produkt- und Serviceangebot helfen uns hierbei essentiell weiter. Der Einsatz einer neuen Klasse von Sensorik, Edge Analytics und der Aufbau von IT basierenden Systemarchitekturen sind hier als Stichworte zu nennen. Obwohl hier noch einiges an Forschungsarbeiten notwendig sein wird, ist schon heute der Transfer in Entwicklungs- und Industrial Engineering-Projekte und damit Produkte und Produktionen gängige Praxis. Konkret heißt das: Ausbau des Konzeptes MICA (Modular Integrated Computing Architecture) und darauf basierende anwendungsspezifische Lösungspakete.

Dürfen Messebesucher in Hannover wieder mit einem Strauß von Harting-Neuigkeiten rechnen? Verraten Sie uns vorab drei Besonderheiten in Sachen Steckverbinder?
Harting treibt die Entwicklung im Bereich Ethernet Connectivity für Netzwerke von Morgen voran. Single Pair Ethernet (SPE) ist im Markt der industriellen Verkabelung in aller Munde. Harting liefert dazu die passenden normierten Schnittstellen und zeigt zur Messe erste Serienprodukte. Am Stand wird die erste IP20-Schnittstelle aus Steckverbinder und gewinkelter Leiterplattenbuchse zu sehen sein. Auch aus dem Bereich der schweren Steckverbinder wartet die Technologiegruppe mit Neuigkeiten auf: Der Han 1A ist ein neuer kompakter und überaus robuster Rechtecksteckverbinder, der mit bis zu zwölf Kontakten Daten, Signale und Leistung übertragen kann. Er besteht aus Hochleistungskunststoff, ist leicht und beansprucht nur wenig Bauraum. Zudem zeigt Harting mit Han F+B eine Reihe von Steckverbindern speziell für den Bedarf der Lebensmittelindustrie. as

Halle 11, Stand C15

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