Schreiner Logidata

RFID-Labels: Besser maßgeschneidert als Standard

Die RFID-Technologie hat ihre Vorteile, doch wie bei jeder Anwendung stehen auch hier die Kosten im Mittelpunkt. Wann sollten Unternehmen auf individuell zugeschnittene Lösungen setzen statt auf Standard-RFID-Etiketten?

Erfolgsfaktor bei Globalisierung und Digitalisierung ist ein RFID-basiertes Behältermanagement entlang der Supply Chain. Das richtige Label spielt dabei ein wichtige Rolle. © Schreiner

Da das Label einen der größten Posten in einem RFID-Projekt darstellt, ist es verständlich, dass Fachabteilung und Einkauf auf die günstigste Variante zurückzugreifen möchten. Hier lauert jedoch ein Fallstrick: Die in der Anschaffung günstigste Lösung kann sich als größter Kostentreiber der kommenden Jahre herausstellen. Funktioniert das Label nicht richtig, führt das im Einsatz zu erheblichem Zusatzaufwand: Wenn aufgrund von Ausfällen beim automatischen Erfassen auch nur zwei Prozent der Komponenten oder Logistikgebinde manuell kontrolliert werden müssen, entstehen schnell Mehrkosten, die den Labelpreis um ein Vielfaches übersteigen. Noch schwerwiegender sind die Auswirkungen bei Mehrweglösungen, wenn über die lange Laufzeit ein größerer Prozentsatz ausfällt.

Bei anspruchsvolleren oder längerfristigen Anwendungen lohnt es sich deshalb, auf individuell zugeschnittene RFID-Labellösungen zu setzen, die der jeweiligen Anforderung entsprechen. Entscheidend ist die Abstimmung von Materialaufbau, Chip und Antenne. Schreiner Logidata zeigt auf, was Unternehmen dahingehend bei der Wahl der RFID-Lösung berücksichtigen sollten:

UHF-Chip: Verwendungsdauer und Datensicherheit
Hinsichtlich der Qualität der Chips gibt es massive Qualitätsunterschiede. Manche werden sehr günstig hergestellt, weil sie nur für einen kurzen, simplen Prozesszyklus konzipiert wurden, etwa für die Kennzeichnung von Kartons im Handel. Sie sind nicht optimiert für spezielle Anwendungen wie beispielsweise regelmäßiges Waschen.

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Bei einem längerfristigen Einsatz von Labels, die mit solchen Chips bestückt sind, sind Ausfälle zu erwarten, die zu hohen Prüf- und Austauschkosten führen. Zudem sind etwaige sensible Daten nicht sicher. In diesen Fällen ist der Einsatz eines hochwertigen, wenn auch teureren Chips unbedingt angebracht und lohnend.

Chip-Aufbringung: Konstanz der Qualität
In der Chip-Massenproduktion für sehr günstige Inlays hat die Kontaktierung von Chip auf Antenne in verschiedenen Chargen nicht durchgehend dieselbe Qualität. Diese Schwankungen stellen ein großes Problem dar, wenn die RFID Labels bei einer Pulk-Erfassung im schwierigeren Umfeld zuverlässig eine Mindest-Lesereichweite erreichen müssen. Ein Label, das dort beispielsweise statt der erforderlichen fünf nur vier Meter schafft, ist nicht prozesstauglich, denn der damit versehene Behälter oder die Komponenten werden nicht erfasst. Die Einheit muss jedes Mal zeitaufwendig manuell kontrolliert werden.

Sind die RFID-Labels im Verarbeitungsprozess ihrer Trägereinheit höheren Temperaturen ausgesetzt, können Standard-Etiketten aus der Massenproduktion endgültig nicht mehr mithalten. In diesem Fall muss sowohl die Verbindung des Chips mit der Antenne als auch das Basissubstrat den speziellen Anforderungen angepasst werden, sonst verliert das Label eventuell zu früh seine Funktionalität.

Antenne: Aus der Vielfalt die ideale Version wählen
Die Wahl des Antennendesigns hängt von der konkreten Anwendung ab, denn hier bestehen bei gleicher Antennengröße erhebliche Unterschiede hinsichtlich Performance und Reichweite des Labels. Es gibt beispielsweise spezialisierte Antennen, die aus allen Winkeln eine gleichmäßig gute Lesereichweite erzielen. Sie sind zwar teurer, in der Anwendung aber unter Umständen viel zuverlässiger. Wichtig ist auch, die Antenne dem spezifischen Reichweitenbedarf anzupassen. Denn nicht immer ist die größte Lesereichweite erstrebenswert: Sie kann zu Überreichweiten und somit unzähligen Fehllesungen führen.

Um die ideale Antenne für die Anwendung auszuwählen, sollte ein Labelfachmann mit Praxiserfahrung gemeinsam mit dem RFID-Systemintegrator abwägen, welches Inlay für die spezielle Anwendung optimal passt.

Schwierige Untergründe: Ein Spezial-Label ist unabdingbar
Auf einigen Untergründen funktionieren nur spezialisierte RFID-Inlays zuverlässig. Auf Metall beispielsweise ist ein normales RFID-Label nicht auslesbar. Ein angepasstes Inlay mit einem entsprechend konzipierten Label erzielt hingegen hohe Reichweiten.

Auf Untergründen aus leitenden Materialien, ESD und Karbon sind günstigere RFID-Standardlabels zumindest teilweise lesbar, jedoch nur auf geringere Reichweiten oder in eng definierten Lesewinkeln. Zudem sind sie oft schon bei kleinsten Veränderungen der Materialzusammensetzung nicht mehr funktionstüchtig. Auf den Untergrund abgestimmte, professionelle Produkte hingegen holen ein Vielfaches an Reichweite und Leseperformance heraus und reagieren weniger empfindlich auf Schwankungen in der Materialzusammensetzung. as

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