Vakuumtechnik

Türen lackieren mit Vakuum-Flächengreifern

Das Schweizer Unternehmen Riwag Türen hat eine neue Spritzlackieranlage in Betrieb genommen. Das Flächengreifsystem FMP von Schmalz sorgt dafür, dass die Türen zuverlässig gehandhabt werden und senkt die Prozesskosten.

Das Flächengreifsystem FMP hebt die auf Paletten angelieferten Türen in die CNC-Maschine. © Schmalz

Im Jahr 1943 gegründet, spezialisierte sich die Schreinerei Rickenbach und Wiget zunächst auf Furnierarbeiten. Mitte der 1970er entstand die erste Haustür – der Grundstein für den späteren Unternehmenserfolg war gelegt. In der Folgezeit gab es eine Reihe von Erweiterungen und es erfolgte ein kontinuierlicher Ausbau des Portfolios. Seit 2014 ist Riwag in dritter Generation familiengeführt. Das Unternehmen agiert als verlässlicher Partner, der seine Kunden von der Planung bis zur Türmontage begleitet. In Arth im Kanton Schwyz entstehen Außen- und Innentüren, Holz-Metall-Türfronten, Brand-, Rauchschutz- und Schalldämmtüren sowie Blendrahmen und verglaste Trennwände.

Riwag beschäftigt 75 Mitarbeiter und besitzt über 100 Zulassungen für die verschiedenen Schutzarten (Brandschutz, Einbruchschutz). Die Türsysteme werden auf unterschiedliche Eigenschaften geprüft und zertifiziert. Die zentrale Datenbereitstellung erfolgt in der Arbeitsvorbereitung mit dem RIWAG-eigenen PPS-System. Mit diesen Daten laufen die Türen durch alle Fertigungsstufen (Stückzahl 1-Fertigung). Eine Herausforderung ist die große Variantenvielfalt, weswegen die Schweizer stets bestrebt sind, Prozesse weiter zu automatisieren.

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Handlungsbedarf bestand beim Schleifen und Lackieren der Türen. Das erfolgte bis dato manuell, ein externer Malerbetrieb übernahm die Tätigkeiten. „Wir haben einen Weg gesucht, diese Schritte zu automatisieren und aufgrund dessen die Anlagebauer R. Wick und Robert Bürkle beauftragt, eine Anlage nach unseren Vorstellungen zu konstruieren“, schildert Remo Albisser, Projektleiter Maschinen bei Riwag.

Riwag fertigt pro Woche 800 Türen. Eine neue Bearbeitungsanlage von R. Wick steigerte den Automatisierungsgrad und gestaltet die Prozesse effizienter. Teil des Konzepts ist ein Flächengreifsystem von Schmalz. © Schmalz

Schmalz liefert die Vakuumtechnik
Die Handhabung der Türen sollte mittels Vakuumtechnik erfolgen. Schmalz genießt bei Riwag seit Jahren einen guten Ruf. Die Komponenten des Vakuum-Experten kommen in verschiedenen Maschinen zum Einsatz und arbeiten zur Zufriedenheit der Schweizer. „Schmalz ist mittlerweile der Lieferant für jegliche Vakuumtechnik im Betrieb“, sagt Albisser. Der Dichtschaum des Greifers ist silikonfrei und erfüllt damit eine wesentliche Anforderung der Türenspezialisten. Für RIWAG ist es auch wichtig, die Anzahl der Lieferanten möglichst gering zu halten, um die Einheitlichkeit zu wahren und die Kommunikation zu vereinfachen. Entsprechend schnell waren sich die Projektpartner dann einig, die Spezialisten von Schmalz in der Schweiz legten die Anlage auf Basis der FMP Flächengreifer aus.

Energie effizient genutzt
Schmalz hat diesen als Universalgreifer zur Handhabung von Werkstücken unabhängig von Größe und Geometrie, des Materials und der Oberfläche entwickelt. Tests haben bewiesen, dass die FMP-Baureihe eine um durchschnittlich 86 Prozent höhere Saugkraft als vergleichbare Greifer am Markt erzeugt. Bei Riwag kommen 16 FMP-Greifer samt Ventilen und entsprechenden Federstößeln zum Einsatz. Durch eine Strömungsoptimierung wird die eingesetzte Energie effizient genutzt, was die Betriebskosten nachhaltig senkt.

In der Maschine werden die Türen geschliffen, lackiert, getrocknet, etikettiert und sortiert © Schmalz

Weil Riwag Türen in verschiedenen Varianten mit unterschiedlichen Abmessungen produziert, musste auch die Vakuumtechnik flexibel ausgelegt sein: Anstatt weniger großer arbeiten viele kleine Saugstellen am Greifer. Dieser kann so die unterschiedlichen Geometrien zuverlässig erfassen. Die Ventile schalten das Vakuum nur nach Bedarf an den geforderten Stellen. Dies macht die Lösung besonders energieeffizient.

Produktivität gesteigert
Die Türen werden auf Paletten an die Anlage geliefert und dort vermessen. Anschließend hebt sie das Greifsystem in die Maschine, in der sie geschliffen, lackiert, getrocknet, etikettiert und sortiert werden. Ein weiterer Greifer führt die Türen am Ende der Anlage wieder auf Paletten zurück. Die Entscheidung, diese Bearbeitung mittels Vakuumtechnik zu automatisieren, hat sich ausbezahlt. „Das Türen-Handling läuft absolut sicher. Dies ermöglicht uns ein strukturiertes Bearbeiten der Werkstücke und eine kontinuierliche Wochenarbeitsleistung. Wir sind dadurch produktiver geworden“, schildert Remo Albisser.

Durch die Automatisierungslösung verbraucht Riwag heute weniger Lösungsmittel und Lacke, was die Prozesskosten gesenkt hat und die Umwelt schont. Auch die Mitarbeiter kommen mit der Anlage gut klar. Anfangs mussten sie sich an den Umgang mit Vakuumtechnik gewöhnen. „Nach einer Testphase ist das Vertrauen in Schmalz von allen Seiten sehr groß“, sagt Albisser. as

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