4.0-Diskussion in der Smart Factory OWL

Wie wird der Arbeitsplatz 4.0?

Wie können 4.0-Abläufe gleichzeitig effizient und nutzerfreundlich gestaltet werden? Im Februar fand ein Fachgespräch in der Smart Factory OWL statt. Mit dabei waren Repräsentanten des Instituts für industrielle Informationstechnik der Hochschule Ostwestfalen-Lippe (inIT) und Refa-OWL-Geschäftsführer Lars Pielemeier.

„Ich sehe was, das du nicht siehst!“ Projektmanagerin Nissrin Arbesun Perez arbeitet in der Smart Factory OWL, einem 4.0-Forschungsinstitut. (Foto: Birgit Lutzer)

Eine der Diskussionsteilnehmerinnen war Projektmanagerin Nissrin Arbesun Perez. Sie ist für das inIT in der Geschäftsstelle der Smart Factory OWL tätig. 2016 erhielt sie den Refa-Award für ihre Masterarbeit, die sie im Studiengang Produktion und Management im Industrial Engineering Lab bei Prof. Dr. Sven Hinrichsen abschloss. Diese entstand in Zusammenarbeit mit dem Maschinenbau-Unternehmen Brandt Kantentechnik aus Lemgo. Perez untersuchte dort den Prozess der Produktentstehung hinsichtlich montagegerechter Produktgestaltung. Perez erläuterte: „Zunächst analysierte ich die Abläufe. Dann stellte ich drei mögliche Methoden vor, um die Abläufe zu verbessern. Ein Verfahren stammt von Refa.“ Auf dieses sei die Wahl gefallen, um Optimierungen zu erwirken. „Die Verbesserungsvorschläge umfassten zum Beispiel konstruktive und ergonomische Aspekte, die Beseitigung von Überflüssigem oder die Integration von Fügehilfen.“

„Unglückliche Fehler vermeiden“

Dies entspreche dem Poka Yoke-Prinzip, so Pielemeier, das auch in der Refa-Lehre behandelt wird. Die Übersetzung für die aus Japan stammende Idee lautet „unglückliche Fehler vermeiden“. Pielemeier: „Die Wertschöpfung soll durch ein möglichst reibungsfreies und humanorientiertes Montageverfahren verbessert werden.“ Denn durch überflüssige Fehler entstehe eine unnötige Belastung des Menschen. „Abweichungen müssen aufwändig behoben werden. Laufen komplizierte Schritte in der Montage optimiert ab, kann sich der Mitarbeiter auf Überwachung und Qualitätssicherung konzentrieren.“

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Die Teilnehmer der 4.0-Diskussion in der Smart Factory OWL (v.l.): Lars Pielemeier, Prof. Dr. Jürgen Jasperneite, Nissrin Arbesun Perez und Prof. Dr. Stefan Witte. (Foto: Birgit Lutzer)

Prof. Dr. Jürgen Jasperneite leitet das inIT und das Fraunhofer-Anwendungszentrum Industrial Automation (IOSB-INA) in Lemgo. Er fügte hinzu: „Fehler sind nicht nur belastend, sondern auch teuer.“ Je später eine Ungenauigkeit entdeckt werde, desto aufwändiger sei ihre Beseitigung. Prof. Dr. Stefan Witte ist ebenfalls am inIT tätig sowie Vizepräsident für Forschung und Transfer an der Hochschule Ostwestfalen-Lippe. Bedenken, dass durch 4.0 Langeweile in die Produktionshallen einzieht, hat er nicht. „Es gibt immer Teilbereiche in Firmen, an die durch die Digitalisierung gleichbleibende oder sogar höhere Anforderungen gestellt werden.“

4.0-Technologien als Unterstützung in der Montage

Auch Perez macht bei Beratungen von kleinen und mittelständischen Unternehmen dieselbe Erfahrung: „Die Firmen stehen enorm unter Druck. Ihre Kunden wollen immer mehr individuelle Produkte. Und das muss zuverlässig umgesetzt werden.“ Dies sei zunehmend durch 4.0-Lösungen mit dezentral integrierter Intelligenz umzusetzen. 4.0-Technologien wie Assistenzsysteme und Virtuelle Realität unterstützen insbesondere den Werker in der Montage dabei, variantenreiche Fertigung zu bewältigen. Pielemeier sieht in diesem Zusammenhang ebenfalls gestiegene Anforderungen an Mitarbeiter in scheinbar „einfachen“ Positionen. „Der Werker erlangt durch die Technologie mehr Eigenverantwortung. Je mehr Varianten eines Produkts es gibt, desto mehr Montagelösungen muss die Firma bereithalten.“ Und um den Werker dabei zu unterstützen, sei beispielsweise eine Refa-Weiterbildung zum Arbeitsorganisator und zum Techniker für Industrial Engineering zu empfehlen. Dr. Birgit Lutzer/as

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