Antriebstechnik

Stöbers neue Generation an Planetengetrieben

Stöber hat Ende 2019 eine neue Generation an Servo-Planetengetrieben auf den Markt gebracht. Diese zählen in ihrem Leistungsbereich als die kompaktesten auf dem Markt. Eine weitere Besonderheit: Jede Motorbaureihe lässt sich in jeder verfügbaren Baugröße direkt anbauen.

Die Baureihen PH und P der Stöber-Planetengetriebe für kompakte Getriebemotoren im Direktanbau. © Stöber

Was stand bei der Entwicklung der neuesten Generation an Servo-Planetengetriebemotoren ganz oben? Artur Wagner überlegt kurz. „Kompaktheit und Performance kombiniert mit einem neuen Design.“ Und genau das hat der Bereichsleiter Entwicklung Getriebe und Motoren des Pforzheimer Antriebsspezialisten Stöber mit seinem Team geschafft. Zudem haben Konstrukteure bei der Auslegung dieser neuen Baureihen alle Möglichkeiten, um die passende Antriebslösung für jeden Anwendungsfall zusammenzustellen. „Die neuen Servo-Planetengetriebemotoren sind in ihrer Vielseitigkeit die kompaktesten auf dem Markt. Der Anwender profitiert von kleinerem Bauraum, geringerem Gewicht, einem großen Drehmoment und daraus resultierend von einer um bis zu 65 Prozent gesteigerten Leistungsdichte“, erklärt Wagner. Im November 2019 hat Stöber die neue Generation auf der SPS in Nürnberg das erste Mal präsentiert.

Mit ihrem Know-how sind die Spezialisten in der Lage, den kompletten Antriebsstrang im eigenen Haus umzusetzen. Der Kunde erhält bei Bedarf die komplette Automatisierungslösung aus Getriebe, Motor, Elektronik und den Kabeln – egal in welcher Kombination. „Notwendige Disziplinen greifen bei uns wie präzise Zahnräder ineinander“, beschreibt Patrick Stöber. „Wir kaufen keine Komponenten dazu. Damit müssen wir uns auch nicht anpassen.“ Entscheidend ist der Systemgedanke, mit dem die Ingenieure Hand in Hand arbeiten – von der Getriebe- über die Motoren- bis zur Elektronikentwicklung. Wichtig sei die Kommunikation miteinander, denn nur so komme ein rundes Gesamtpaket zustande, ist der Geschäftsführer überzeugt. Damit stehen die Verantwortlichen aus den einzelnen Abteilungen stets miteinander in Kontakt, genauso wie mit dem Inbetriebnahme-Engineering und den Kundenbetreuern. „Diese kurzen Wege schaffen Effizienz, Effektivität und Präzision“, betont Stöber.

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Planetengetriebe sind die Königsklasse der Getriebe. Stöber zählt seit den 1980er Jahren zu den Spezialisten in diesem Bereich. Diese Komponenten haben eine kompakte Bauweise und können hohe Drehmomente übertragen, weil die Kräfte im Gegensatz zu konventionellen Getrieben auf mehrere Zahnräder verteilt werden. Das macht sich auch in einer enorm hohen Steifigkeit bemerkbar.

Für Geschäftsführer Stöber sind diese Komponenten deshalb auch noch immer der wichtigste Grundstein für jedes Antriebssystem. Auch wenn die Pforzheimer inzwischen noch viel mehr im Angebot haben. „Motoren und Antriebsregler können viele herstellen, doch bei uns ist eben dieses Getriebe das Herzstück des Systems“, sagt er.

Der Kopf hinter der Entwicklung der neuen Generation ist Artur Wagner mit seinem Team. Der studierte Maschinenbauer ist schon seit fast 28 Jahren im Unternehmen und war auch an der Entwicklung der zweiten Generation maßgeblich beteiligt – das ist aber knapp 16 Jahre her. „Wir waren bereits in den 1990er Jahren der erste Hersteller auf dem Markt, der Servo-Planetengetriebe mit einer geräuschoptimierten Schrägverzahnung anbot“, sagt er nicht ohne Stolz.

Geschäftsführer Patrick Stöber: „Motoren und Antriebsregler können viele herstellen, doch bei uns ist eben dieses Getriebe das Herzstück des Systems.“ © Stöber

Doch inzwischen befinden sich Wettbewerber technologisch auf einem ähnlichen Stand. In einem Punkt sogar darüber – in der Optik. „Das äußere Erscheinungsbild wird auf dem Markt immer wichtiger“, sagt Wagner. „Manche Getriebe von günstigeren Wettbewerbern wirkten damit hochwertiger als unsere Lösung, obwohl sie es nicht waren.“ Stöber hat bei der neuen Generation also auch das Design optimiert. Die Konturen verlaufen fließender und die Oberflächenstruktur ist deutlich glatter. So wurden beispielsweise Kunststoffstopfen im Motoranschlussflansch durch versenkte Verschlussschrauben ersetzt. „Jetzt passt das Aussehen auch zu den inneren Werten der Getriebe“, schmunzelt Wagner. Und die haben es in sich.

Dazu gehört unter anderem das geringere Massenträgheitsmoment durch den Wegfall des Motoradapters. Damit lässt sich die volle Dynamik des Antriebs nutzen – ein echter Kundenvorteil. Die neue Generation bietet zudem hohe Drehspielstabilität und Robustheit. Anwender profitieren von um 60 Prozent erhöhten Beschleunigungsmomenten, einer Drehzahlerhöhung von 45 Prozent sowie einer Steigerung der Verdrehsteifigkeit von bis zu 50 Prozent. „Grund hierfür ist unter anderem die Verzahnung. Sie bildet das Herzstück des Getriebes“, beschreibt Wagner. „In der neuen Generation haben wir die Verzahnung für das jeweils erforderliche Moment optimiert.“

Flexibel vom Motoranbau bis zum Lagersystem
An neue Generation an Planetengetrieben lassen sich sämtliche Stöber-Motoren wie die Baureihen EZ oder die encoderlosen Lean-Motoren – in jeder gewünschten Größe – ohne Adapter direkt anbauen. Für die Anbindung von Third-Party-Motoren bietet der Antriebsspezialist eine einzigartige Schnittstellentechnologie: Die Motoradapter sind mit unterschiedlichen Kupplungen sowie in der ServoStop-Variante mit einer integrierten Bremse erhältlich; darüber hinaus können die Adapter mit Standard- oder spielreduzierten Getrieben kombiniert werden Insbesondere die Large-Ausführung der Adapter mit extra großer Motorplatte ermöglicht die Anbindung der kompaktesten Getriebe an Motoren sehr großer Bauformen – ein Alleinstellungsmerkmal auf dem Markt.

Ein weiterer Vorteil gegenüber dem Wettbewerb: Abhängig von der Applikation kann die passende Lagerung aus Rillenkugel-, Zylinderrollen- oder Schräglager gewählt werden. Diese reibungsoptimierten Lagerungen ermöglichen generell höhere Drehzahlen. as

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